Ilya & Emilia Kabakov

(Russland) *1933 / *1945 in Dnepropetrowsk

Ilya und Emilia Kabakov leben in New York, arbeiten seit 1989 als Künstlerehepaar zusammen und haben bereits 1992 an der documenta und ein Jahr darauf an der Biennale in Venedig teilgenommen. Ilya Kabakov wurde in den 1950er Jahren in der Sowjetunion als Zeichner ausgebildet und war anschließend als Kinderbuchillustrator tätig. Gemeinsam mit anderen Künstlern gründete er die Gruppe der Moskauer Konzeptualisten. Heute entwirft er mit seiner Frau und künstlerischen Partnerin Emilia „Totalinstallationen“, die häufig das Scheitern des sozialistischen Ideals reflektieren, doch stets auch darüber hinausweisen: Sie erzählen von universellen Utopien, von Ängsten, Fantasien und Träumen, von Fehlschlag und Entwicklung. Auch „Fallen Angel“ (Gefallener Engel) löst beim Betrachter eine narrative Kette von Assoziationen aus, die ihn dazu einlädt, sich das Kunstwerk schöpferisch anzueignen. Der Titel der Arbeit verweist auf die religiösen Mythen um Luzifer, Satan oder Samael und auch die Ikarus-Sage drängt sich als Assoziation mit der dargestellten Figur auf. Dabei lässt das zur Installation gehörende Absperrband den Betrachter auf ein eben geschehenes Unglück schließen – das Ereignis ebenso wie die daran geknüpften Fragen scheinen brandaktuell.

Exponate

Blickachsen 9