Arik Levy

(Israel) *1963 in Tel Aviv

Die Werke des israelischen Künstlers Arik Levy sind rund um den Globus im öffentlichen Raum ebenso wie in den renommiertesten Sammlungen zeitgenössischer Kunst anzutreffen – vom Museum of Modern Art in New York über das Israel Museum in Jerusalem, bis hin zum Victoria & Albert Museum in London oder dem Centre Georges Pompidou in Paris. Nach der ersten Teilnahme an einer Gruppenausstellung in Tel Aviv 1988 zog Levy nach Europa. Heute lebt und arbeitet er in Paris. Bei Blickachsen 12 zeigt Levy in Frankfurt und Kronberg vier seiner berühmten „Rocks“, während er für Bad Homburg eine ortsspezifische Arbeit mit dem Titel „Giant Log“ (Riesen-Balken) geschaffen hat. Auf einer von Bäumen gesäumten Wiese des Kurparks ragt der spiegelnde Monolith 13 Meter in die Höhe. Aus besonders hochwertigem und spiegelpoliertem Edelstahl ist die Skulptur deutlich von Menschenhand gemacht und scheint doch mit der umgebenden Natur zu verschmelzen. Durch den Grundriss eines unregelmäßigen Dreiecks mit abgeschnittenen Ecken alternieren breite und schmale Kanten des leicht geneigt aufgerichteten „Riesen-Balkens“, der so nicht nur den natürlichen Wuchs der Bäume nachahmt, sondern auch die Spiegelungen des natürlichen Umfelds und der Besucher zu immer neuen Bildkompositionen fügt und intensive Wahrnehmungs-Erlebnisse anregt.

Der israelische Künstler Arik Levy hat sich bewusst dafür entschieden, bei Blickachsen 12 nicht nur in Bad Homburg und Kronberg auszustellen, sondern auch auf dem Frankfurter Universitäts-Campus Westend, auf dem das ehemalige Verwaltungsgebäude der IG-Farben an die Rolle des Chemiekonzerns im Zweiten Weltkrieg erinnert: Kunst sei die beste Art Brücken zu bauen, so Levys feste Überzeugung. Seine Arbeit „RockStoneShift 235“ hat er neben dem zentralen Campusplatz positioniert, dem kommunikativen Zentrum des Universitätsgeländes. Die überlebensgroße Edelstahlskulptur mit ihrer spiegelpolierten und facettenhaft gegliederten Oberfläche ist in ihrer unteren Hälfte wie durch einen horizontalen Schnitt geöffnet. Dabei zeigt sich die im Titel angegebene Verschiebung in den beiden versetzt aufeinandersitzenden Elementen des Objektkörpers, die sich in einem dynamischen Gleichgewicht befinden. Die Arbeit reflektiert ihr Umfeld in zahllosen Detailansichten, die sich zu einem vielstimmigen, beim Umgehen ständig sich transformierenden Gesamtbild verdichten – und die Sinne und den Verstand gleichermaßen aktivieren. Insofern kann Levys Arbeit hier auch als Sinnbild für die Hochschule als Schnittstelle zwischen universaler Menschheitserfahrung und wissenschaftlicher Forschung verstanden werden.

Arik Levy ist mit seinen unverwechselbaren „Rock Pieces“, die er in verschiedenen Materialien und Dimensionen ausführt, im internationalen Kunstbetrieb fest etabliert. Bei Blickachsen 12 korrespondieren die in Bad Homburg und Frankfurt ausgestellten Werke Levys mit drei formal unterschiedlichen Beispielen seiner abstrakten „Gesteinsbrocken“ in Kronberg. Die spiegelpolierten Edelstahl-Skulpturen sind künstlerisch ausgewogene, präzise in Proportion und Richtung austarierte Formfindungen, die von mineralischen, häufig kristallinen Formen inspiriert, jedoch nicht als Abformungen der Natur zu verstehen sind. Je nach Betrachterposition, Lichtverhältnissen und Jahreszeit verändert sich ihr Erscheinungsbild. Auf der Terrasse von Schloss Friedrichshof, in dem heute das Schlosshotel Kronberg untergebracht ist, greift die zweiteilige Arbeit „RockStoneFusion Vertical 170“ dynamisch in den Raum aus und wird durch die Vielfachreflexionen der Umgebung zum Bindeglied zwischen den gebauten und den natürlichen Formen. Im Rosengarten der Schlossanlage hingegen, scheint die Natur im „RockStoneImplosed 207“ mit seinen teils ebenen, teils konkav gewölbten Flächen zu zerfließen. Daneben intensiviert das fein ausbalancierte Gleichgewicht des mehrteiligen „RockTower 131“ die Raumerfahrung des Betrachters.