Leo Copers

(Belgien) *1947 in Gent

Leo Copers beschäftigt sich intensiv mit der Bedeutung des Museums als einem Ort, der sich von einem Mausoleum der Künste zu einem lärmerfüllten Marktplatz entwickelt hat. Bereits in den 1970er-Jahren tastete er sich, mit schwarzer Brille und Blindenstock bewaffnet, als „Blinder Seher“ durch Museen und reagierte damit auf das Bombastische manchen Kunsthauses und auf den Spektakelwert vieler Ausstellungen. Später hinterfragte er die Sehgewohnheiten von Museumsbesuchern in seinen „Dark-Museum“-Installationen, die die Museumsräume in völlige Dunkelheit hüllten. Hieran schließt auch sein ‚Museumsfriedhof‘ mit dem Titel „IROM ETRA ORP TSE MUROCED TE ECLUD“ an. Rückwärts gelesen ist der ironische Werktitel (dt.: „Süß und ehrenvoll ist es, für die Kunst zu sterben“) die Abwandlung eines Horaz-Verses über den Heldentod, in dem Leo Copers das Wort „patria“ (Vaterland) durch „arte“ (Kunst) ersetzt. Die Installation besteht aus 111 Granitsteinen, auf denen die Logos und Schriftzüge von je einem Kunstmuseum graviert sind. Neben seiner Kritik an den zeitgenössischen Musentempeln und am allgegenwärtigen Diktat großer Namen wendet sich Copers mit dieser Arbeit umgekehrt auch gegen die Musealisierung berühmter Friedhöfe, zu denen die Touristen in Scharen pilgern.