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Die belgische Künstlerin Caroline Coolen, die in Antwerpen Bildhauerei studiert und sich auch eingehend mit dem Medium Film beschäftigt hat, verdichtet in ihren Werken aufgesammelte Bilder und Gegenstände der alltäglichen Welt und rückt das Gesehene durch skulpturale Inszenierungen in ein neues Licht. Dabei verwendet und kombiniert sie die unterschiedlichsten Materialien. Ihr „Selbstporträt als Landschaft“ ist in dauerhafter Bronze gegossen und scheint doch eher aus schwankenden Stämmen und Ästen zu bestehen, die wie ein seltsames Tier nach Halt auf der Erde tasten. Das Ganze gleicht einem entwurzelten Baum, der nun ungelenk nach einem neuen Ort sucht. Der hohe Stamm mit seiner rauen Rinde trägt dabei den Kopf der Künstlerin, dem in einer ironischen Geste wie in schnellem Lauf der Wind ins Haar zu fahren scheint. Mit ähnlichen Bildern errichtet auch Coolens zweiter Beitrag für „Blickachsen 10“ ein ironisch gebrochenes Monument. Die riesige leuchtende „Flagge“ dreht das Gewohnte um: Das Tuch der Fahne wird nicht an einer Stange als Zeichen geschwenkt oder als Geste des Besitzes in den Boden gerammt. Es erhebt sich vielmehr selbst in über zwei Meter Höhe, nachdem es dem Boden den eigenen Mast, den Stamm einer jungen Birke, entrissen zu haben scheint.

Künstler Caroline Coolen
Erstellungsjahr 2010
Technik Kunstharz, Birke
Maße 450 x 300 x 600 cm
ausgestellt in Blickachsen 10, Bad Homburg

Kunstwerke von Caroline Coolen