Donnerstags ist alles gut

Hanneke Beaumont

(Niederlande) *1947 in Maastricht

Seit dem Studium der Bildhauerei beschäftigt sich Hanneke Beaumont mit der menschlichen Figur. Die Monumentalskulptur „Stepping Forward“ vor dem Europagebäude in Brüssel hat die Kunstwelt in Europa, Asien und den USA auf ihre Arbeiten aufmerksam gemacht. Meist präsentiert Beaumont ihre überlebensgroßen Figuren aus Terrakotta, Eisen oder Bronze in unangestrengten und nicht-klassischen Posen auf rechtwinkligen Sockeln und Podesten. So auch ihre dauerhaft in Bad Homburg installierte Gruppe „Melancholia I“. Bei Blickachsen 12 bietet der konzentrierte, ruhige Rahmen des Klosters Eberbach der fokussierten Stimmung der neun ausgestellten Bronzeskulpturen einen idealen Rahmen. Balancierend, sitzend oder kniend scheinen die Figuren in ihrer Bewegung innezuhalten. Sind die Körper auch klar definiert, bleiben die Oberflächen schrundig und vage. Sie sind von einfachen Gewändern bedeckt, ohne dass man die Kleidung benennen könnte. Genauso unbestimmt wirken die deutlich modellierten Gesichter, die keine Individualität und keinen Ausdruck zeigen. Beaumont schafft es, durch universale Körperhaltungen individuelle Stimmungen auszudrücken. Dabei thematisiert sie nicht nur das Mensch-Sein. Weil sie die menschlichen Figuren auf Sockeln platziert, interpretiert sie auch die klassische Idee von Skulptur neu.