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Continued Landscape

Continued Landscape

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Künstler Anna Schuster
Erstellungsjahr 1997
Technik Container 612221, Splitrechner, Videorecorder, 12 Monitore
Maße 200 x 600 x 200 cm
ausgestellt in Blickachsen 2

Unter dem Schirm eines dichten, verdunkelnden Blätterdachs, unmittelbar an der Kreuzung zweier Wege steht ein rostroter Landcontainer. Die beiden Seitenwände sind durch jeweils sechs unsystematisch verstreute, rechteckige Fenster durchbrochen, in denen bewegte Bilder vorbeiziehender Landschaftsausschnitte zu sehen sind, mitunter auch stehende Bildfragmente von Bahnhöfen. Erst aus der Entfernung erkennt man die Zusammengehörigkeit dieser Bildfragmente: Die sechs auf Monitoren abgespielten Video-Bilder auf einer Container-Seite sind Ausschnitte eines Gesamtbildes, das innerhalb des Containers versteckt scheint: Eine Video-Wand, von der nur sechs Monitore, sechs Bildausschnitte zu sehen sind. Es handelt sich um die Video-Installation „Continued Landscape" (Plan Nr. 12) der Berliner Künstlerin Anna Schuster. Sie kehrt die Welt um: Ein Zug transportierte im Sommer 1997 den Container von Berlin nach Essen, wenige Monate später von Essen nach Marl und schließlich - für die Bad Homburger Blickachsen-Ausstellung - von Marl nach Bad Homburg. Anna Schuster nahm die während der Fahrt vorbeiziehende Landschaft aus einem Zugfenster mit der Videokamera auf - Wälder, Felder, Straßen, Bahnhöfe, Dörfer, Städte u.s.w. und „sperrte" die so gefangenen Bilder in den Container, von wo sie nun nach außen dringen. Die von dem fahrenden Zug in senkrechter Richtung aufgenommenen Bilder, strenge Blickachsen in die vorbeiziehende Landschaft, sind zum Transportgut geworden. In dem abgestellten Großcontainer bewegt sich die in ihm eingeschlossene Landschaft und ist fragmentarisch für den Passanten sichtbar. Die einst nach außen gerichtete Blickachse der Kamera weist nun in das Innere des Transportbehälters. So ist das „Außen" zum „Inneren", das „Innere" zum „Außen" geworden, das „Fahrende" zum „Stehenden" und das ehemals „Stehende" zum „Fahrenden" mutiert. Die Bilder selbst erleben in ihrer fragmentarischen und bewegten Art ebenfalls eine Wandlung: Teilweise wirken sie abstrakt, teilweise malerisch verschwommen, teilweise impressionistisch flimmernd. Ist dies eine andere Art der „Landschaftsmalerei" oder ist es der Versuch, dem Phänomen „Bewegung" eine neue künstlerische Ausdruckskraft zu geben? Die Ebenen haben sich verschoben, sind zu Collagen geworden, die ein surreales, unwirkliches Moment beinhalten.

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